Wirtschaft 10. April 2026

Experte warnt: Kommt der 3-Euro-Liter? Handelsexperte Heinemann mit drastischer Spritpreis-Prognose

Handelsexperte Prof. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein warnte bereits im März vor explodierenden Spritpreisen – und wurde bitter bestätigt. Mit der Blockade der Straße von Hormus, dem Irankrieg und einer fragilen Waffenruhe rückt ein Benzinpreis von 3 Euro je Liter für viele Analysten in greifbare Nähe. Was steckt hinter den Szenarien – und was bedeutet das für Autofahrer in Deutschland?

Experte warnt: Kommt der 3-Euro-Liter? Handelsexperte Heinemann mit drastischer Spritpreis-Prognose

Der Experte, der recht behielt

Als Handelsexperte Prof. Dr. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein Anfang März 2026 in einem Interview mit der Bild-Zeitung vor dramatisch steigenden Spritpreisen warnte, klang es für viele noch nach Panikmache. Benzin (E10) kostete damals rund 1,92 Euro je Liter, Diesel lag bei etwa 2,04 Euro. Heute, Anfang April 2026, ist klar: Heinemann lag richtig – und die Preise sind noch nicht am Ende.

Die Prognose: Zwei Szenarien, beide beunruhigend

Heinemann skizzierte damals zwei konkrete Szenarien, abhängig davon, wie lange die Straße von Hormus – das weltweite Nadelöhr für Öltanker – blockiert bleibt:

Szenario 1: Zwei Wochen Blockade

  • Ölpreis: Anstieg auf mindestens 120 US-Dollar je Barrel
  • Benzin (E10): Anstieg auf 2,30 Euro oder mehr je Liter
  • Diesel: Anstieg von damals 1,70–1,90 Euro auf 2,20 Euro je Liter

Szenario 2: Vier Wochen Seeblockade

  • Benzin (E10): bis zu 2,60 Euro je Liter möglich
  • Diesel: Anstieg auf 2,50 Euro je Liter

Heinemann wörtlich: „Binnen zwei Wochen könnte der Ölpreis auf mindestens 120 Dollar steigen – der Benzinpreis in Deutschland würde auf 2,30 Euro und mehr pro Liter klettern."

Was seitdem passiert ist

Die Realität überholte die Prognose schneller als erwartet. Mit dem Ausbruch des Irankriegs 2026 und der vollständigen Blockade der Straße von Hormus durch die Revolutionsgarden stiegen die Rohölpreise auf über 120 Dollar je Barrel – exakt der Wert, den Heinemann als Schwelle nannte.

Am 8. April 2026 kostete Diesel im bundesweiten Schnitt bereits 2,42 Euro je Liter – ein historischer Höchststand. Benzin (E10) lag bei rund 2,09 Euro, Superbenzin (E5) bei 2,15 Euro. Damit hat Heinemann mit seinem ersten Szenario bereits voll ins Schwarze getroffen. Auch der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer bestätigte: „Ich befürchte, dass es an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht."

Kommt jetzt wirklich der 3-Euro-Liter?

Was noch vor wenigen Wochen als Katastrophenszenario galt, ist in der Diskussion unter Analysten angekommen. Während Heinemann in seiner Worst-Case-Prognose bei 2,60 Euro für Benzin aufhörte, zeigen weitergehende Szenarien anderer Ökonomen ein deutlich düstereres Bild:

  • Bei einer vollständigen und anhaltenden Hormus-Blockade über mehrere Monate könnten Rohölpreise von 140–150 US-Dollar je Barrel erreicht werden – ein historisches Allzeithoch.
  • In diesem Extremszenario (Szenario C) würden deutsche Tankstellenpreise für Super E10 auf 2,40 bis 2,70 Euro klettern.
  • Rechnete man dazu weitere Eskalationen in der Region, steigende CO₂-Kosten (55–65 Euro je Tonne in 2026) und mögliche Refinerieschäden ein, ist die 3-Euro-Marke rechnerisch erreichbar.

Etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssigbrennstoffs passieren täglich die Straße von Hormus. Kein anderer Engpass der Welt hat eine vergleichbare Bedeutung für die globale Energieversorgung.

Waffenruhe bringt kurzfristige Entlastung – aber keine Entwarnung

Am 8. April 2026 verkündeten die USA und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe – und die Ölmärkte reagierten sofort. Der Brent-Preis fiel um bis zu 16 Prozent auf rund 97 US-Dollar je Barrel. Erste Tankstellen gaben den Rückgang weiter, auch wenn der ADAC betont, dass Preissenkungen an der Zapfsäule erfahrungsgemäß deutlich langsamer ankommen als Preiserhöhungen.

Doch die Entwarnung ist trügerisch. Der Iran sperrt die Straße von Hormus trotz Waffenruhe weiter – maximal 15 Schiffe täglich dürfen passieren, kontrolliert durch die Revolutionsgarden. Und Israel bombardierte inzwischen Ziele im Libanon, was den Iran erneut mit dem Ausstieg aus der Vereinbarung drohen ließ.

Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Die Lage bleibt hochdynamisch. Einige praktische Hinweise für Autofahrer:

  • Abends tanken: Zwischen 18 und 20 Uhr sind die Tagespreise an den meisten Tankstellen am niedrigsten.
  • Preisvergleich nutzen: Apps wie die des ADAC oder SpritExperte zeigen Echtzeitpreise in Ihrer Nähe.
  • Keine Panikkäufe: Das Tanken auf Vorrat treibt die Nachfrage künstlich an und verschlechtert die Situation.
  • Waffenruhe-Entwicklung beobachten: Stabilisiert sich die Lage dauerhaft und normalisiert sich der Schiffsverkehr durch Hormus, sind Preisrückgänge Richtung 1,80–2,00 Euro je Liter realistisch.

Fazit: Heinemann hat recht behalten – die Frage ist, wie weit es noch geht

Prof. Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein hat mit seiner Prognose vom März 2026 einen treffenden Fingerzeig gegeben. Ob die 3-Euro-Marke wirklich kommt, hängt von einer einzigen Variable ab: dem weiteren Verlauf des Irankriegs und dem Schicksal der Straße von Hormus. Solange dort keine verlässliche, dauerhafte Öffnung gesichert ist, bleibt der Spritpreis ein politischer Preis – und die Zapfsäule zum Barometer der Weltlage.

Stand: 9. April 2026 | Quellen: Bild, Finanznachrichten.de, Agrarheute, ADAC, Hasepost, ZDFheute

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