Ölpreise 06. April 2026

Diesel auf Allzeithoch, Krieg im Nahen Osten und das Österreich-Modell – Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Der Dieselpreis hat im April 2026 ein neues Allzeithoch erreicht und übertrifft damit sogar den bisherigen Rekord aus dem Ukraine-Kriegsjahr 2022. Hintergrund ist der seit Februar 2026 andauernde Krieg im Nahen Osten, die Blockade der Straße von Hormus – und ein neues Preisgesetz, das bislang mehr Schaden als Nutzen zu bringen scheint.

Diesel auf Allzeithoch, Krieg im Nahen Osten und das Österreich-Modell – Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Es ist ein trübes Bild an Deutschlands Tankstellen: Am Karsamstag, dem 4. April 2026, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,425 Euro – und überbot damit den bisherigen Rekordwert aus dem März 2022 um satte zehn Cent. Auch Super E10 hat mit 2,184 Euro je Liter den höchsten Stand des laufenden Jahres erreicht. Was steckt dahinter? Die Antwort liegt weit entfernt von deutschen Tankstellen – in einer schmalen Meerenge am Persischen Golf.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltenergie

Seit dem 28. Februar 2026 führen die USA und Israel einen offenen Krieg gegen den Iran. Noch am selben Tag verkündeten die Islamischen Revolutionsgarden die Sperrung der Straße von Hormus – jener 54 Kilometer breiten Meerenge, durch die täglich mehr als 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden. Der Schiffsverkehr durch diese strategisch bedeutende Route liegt seither weitgehend still.

Die Folgen sind dramatisch: Die Golfstaaten konnten ihre Tanker nicht mehr durchschicken und fuhren die Förderung um mindestens zehn Millionen Barrel täglich zurück. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht von der „größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes" – schlimmer als der Ölschock von 1973, schlimmer als die Invasion Kuwaits 1990.

„Die Welt hat noch keine Ölkrise dieser Dimension erlebt. Jede Disruption in der Vergangenheit verblasst im Vergleich zu dem, was wir gerade sehen." – IEA-Bericht, März 2026

Für März 2026 rechnet die IEA mit einer täglich acht Millionen Barrel niedrigeren Ölversorgung weltweit. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht täglich rund 2,2 Millionen Barrel – der Ausfall entspricht also dem Vierfachen des deutschen Tagesbedarfs.

Brent testet die 100-Dollar-Marke

Die Reaktion der Rohstoffmärkte ließ nicht lange auf sich warten. Der Brent-Ölpreis näherte sich im März 2026 der 100-Dollar-Marke – ein Niveau, das zuletzt im Herbst 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erreicht worden war. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2025 entspricht das einem Anstieg von rund 40 Prozent.

Die OPEC+ hat auf die Krise zunächst mit einer symbolischen Produktionserhöhung reagiert: Ab April 2026 soll die Tagesförderung um 206.000 Barrel gesteigert werden – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts eines Ausfalls von acht Millionen Barrel täglich. Gleichzeitig warnte die OPEC+, dass Schäden an Energieanlagen im Nahen Osten auch nach einem möglichen Kriegsende langfristige Folgen für die Ölversorgung haben werden.

Die IEA hat als Notfallmaßnahme die größte Freigabe strategischer Ölreserven ihrer Geschichte beschlossen: 400 Millionen Barrel sollen schrittweise auf den Markt gebracht werden, um einen unkontrollierten Preisanstieg zu bremsen. Erste Entlastungseffekte sind spürbar – aber sie reichen bei weitem nicht aus.

Trump verschärft den Druck auf Teheran

Unterdessen eskaliert die diplomatische und militärische Lage weiter. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran bis Dienstag, den 7. April 2026, ein Ultimatum gestellt: Die Straße von Hormus müsse „vollständig und ohne Drohungen" für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden – andernfalls drohten gezielte Militärschläge gegen kritische Infrastruktur des Landes, darunter Kraftwerke und Raffinerieanlagen.

Die Reaktion aus Teheran bleibt abwartend. Irak sondiert derweil alternative Transportrouten jenseits von Hormus, um die eigenen Ölexporte aufrechtzuerhalten. Für die Märkte bedeutet die anhaltende Ungewissheit: Solange keine politische Lösung in Sicht ist, bleibt der Ölpreis auf erhöhtem Niveau – mit dem Risiko weiterer Spitzen nach oben.

Das Österreich-Modell: Gut gemeint, schlecht gelaufen

Mitten in diese Krise trat am 1. April 2026 ein neues Gesetz in Kraft, das eigentlich für Entlastung sorgen sollte: das sogenannte „Österreich-Modell". Angelehnt an eine bewährte Regelung aus dem Nachbarland dürfen Tankstellen in Deutschland seither die Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen – ausschließlich um 12:00 Uhr mittags. Preissenkungen hingegen sind weiterhin jederzeit erlaubt.

Die Idee dahinter ist simpel: Früher gab es an einer durchschnittlichen Tankstelle bis zu 20 Preisänderungen pro Tag, in Spitzenzeiten sogar bis zu 50. Durch die Begrenzung auf eine tägliche Erhöhung sollte das hektische Preiskarussell gestoppt und für Verbraucher berechenbarer werden. Verstöße gegen die neue Regel können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

In der Praxis ist das Ergebnis bislang ernüchternd: An den ersten drei Tagen nach Einführung erreichte der Dieselpreis jedes Mal ein neues Allzeithoch. Der ADAC kritisiert, dass das Modell den gegenteiligen Effekt produziert: Da Tankstellen Preiserhöhungen nicht mehr flexibel über den Tag verteilen können, kalkulieren viele bereits morgens einen „Risikoaufschlag" ein und setzen die einmalige Tageserhöhung um 12 Uhr höher an als nötig.

„Die Idee des Österreich-Modells war richtig – aber in der aktuellen Krisensituation mit dramatisch steigenden Rohölpreisen entfaltet es eine kontraproduktive Wirkung. Die Mineralölkonzerne nutzen den fixen Erhöhungszeitpunkt als Hebel." – ADAC, April 2026

Wann tanken? Die neue Logik für Verbraucher

Auch wenn das Österreich-Modell bislang enttäuscht – für Autofahrer hat es die Spielregeln verändert. Wer clever tankt, kann trotzdem sparen:

  • Vor 12 Uhr tanken: Die günstigsten Preise des Tages liegen in der Regel zwischen 10:00 und 11:45 Uhr, kurz vor dem erlaubten Erhöhungszeitpunkt.
  • Abends profitieren: Tankstellen, die nachmittags gesenkt haben, bieten abends oft noch attraktive Preise – da sie nur einmal erhöhen dürfen, aber jederzeit senken.
  • Autobahntankstellen meiden: Der Aufschlag gegenüber freien Stadttankstellen beträgt oft 20 bis 30 Cent pro Liter.
  • Freie Tankstellen bevorzugen: Unabhängige Stationen ohne Markenzwang liegen häufig 5 bis 10 Cent günstiger als Aral, Shell oder Esso.
  • Preisvergleich nutzen: Der Unterschied zwischen der günstigsten und teuersten Tankstelle in einer Stadt beträgt derzeit bis zu 15 Cent pro Liter – SpritExperte zeigt dir in Echtzeit, wo es gerade am günstigsten ist.

Wie geht es weiter?

Die entscheidende Variable bleibt der Kriegsverlauf im Nahen Osten. Sollte Trumps Ultimatum scheitern und die Straße von Hormus weiterhin blockiert bleiben, drohen Brent-Preise von dauerhaft über 100 Dollar – und damit Spritpreise in Deutschland von 2,50 Euro und mehr. Ökonomen warnen vor einem „langen Preis-Winter", der bis weit in den Sommer 2026 andauern könnte.

Kurzfristige Entlastung könnte kommen, wenn eine diplomatische Einigung zu Hormus erzielt wird, die IEA-Reservefreigaben ihre volle Wirkung entfalten oder die OPEC+-Produktion außerhalb der Golfregion massiv hochgefahren wird. Bis dahin gilt: Wer sparsam mit dem Auto unterwegs ist, den richtigen Zeitpunkt und die günstigste Tankstelle wählt, kann zumindest einen Teil der Mehrkosten auffangen.

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