Ölpreise 11. April 2026

Die Ausgangslage: Drei Tage Entspannung nach Wochen des Rekords

Am heutigen Samstag beginnen in Islamabad die historischen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Für Millionen Autofahrer in Deutschland könnte dieses Wochenende über die Frage entscheiden, ob der Abwärtstrend bei den Spritpreisen anhält – oder ob die Zapfsäule erneut zur Schmerzgrenze wird.

Die Ausgangslage: Drei Tage Entspannung nach Wochen des Rekords

Nach sechs aufeinanderfolgenden Allzeithochs beim Dieselpreis seit Einführung des Österreich-Modells am 1. April hat sich die Lage an den deutschen Zapfsäulen zuletzt spürbar entspannt. Laut ADAC sank Diesel bis Donnerstag auf einen Tagesdurchschnitt von 2,346 Euro pro Liter – ein Rückgang von rund 10 Cent gegenüber dem Höchststand vom Wochenbeginn. Super E10 verbilligte sich auf 2,112 Euro, ein Minus von 7,6 Cent seit Mittwoch. Auch am Freitag setzte sich der Abwärtstrend fort – trotz Mittagssprüngen von plus 10,1 Cent bei Diesel und plus 9,5 Cent bei E10, die zu den höchsten seit Einführung der 12-Uhr-Regel gehörten.

Der Grund für die Entspannung: der Ölpreis. Brent Crude fiel nach Verkündung der Waffenruhe am 8. April kurzzeitig auf rund 90 US-Dollar pro Barrel – ein Rückgang von fast 16 Prozent gegenüber dem Niveau der Vorwoche. Am Freitag notierte Brent bei rund 96,70 Dollar, deutlich unter der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Dennoch bleibt Tanken extrem teuer: Gegenüber dem Niveau vor Kriegsbeginn Ende Februar liegt Diesel noch rund 60 Cent höher, Superbenzin gut 33 Cent.

Heute in Islamabad: Die Akteure und ihre Forderungen

Die Friedensgespräche, die am heutigen Samstag in der pakistanischen Hauptstadt beginnen, gelten als die wichtigsten diplomatischen Verhandlungen seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026. Beide Seiten sind hochrangig vertreten – und kommen mit langen Forderungslisten nach Islamabad.

US-Delegation: Vizepräsident JD Vance führt das Team an, begleitet von Chefunterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Vance erklärte vor seiner Abreise, die USA seien zu Verhandlungen bereit – würden aber hart reagieren, falls der Iran nicht ernsthaft verhandle.

Iranische Delegation: Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi leiten die iranische Seite. Mit dabei sind laut iranischen Medienberichten auch der Sekretär des Verteidigungsrates, Ali-Akbar Ahmadian, und der Gouverneur der Zentralbank – ein Signal, dass Teheran die Gespräche ernst nimmt.

Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte sichern die Verhandlungen in Islamabad ab. Pakistan, das die Waffenruhe vermittelt hat, verfolgt ein realistisches Ziel: genug Gemeinsamkeiten finden, um die Gespräche überhaupt fortsetzen zu können. Die Positionen liegen weit auseinander: Die USA fordern ein Ende des iranischen Atomprogramms, die vollständige Öffnung der Straße von Hormus und Einschränkungen bei der Unterstützung bewaffneter Gruppen. Der Iran besteht auf der Aufhebung sämtlicher Sanktionen, Kriegsentschädigungen und einem Ende der israelischen Angriffe im Libanon.

Die Straße von Hormus: Weiterhin faktisch blockiert

Trotz der Waffenruhe bleibt die Straße von Hormus – durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden – faktisch geschlossen. Laut MarineTraffic-Daten haben seit Verkündung der Waffenruhe nur etwa ein Dutzend Schiffe die Meerenge passiert. Vor dem Krieg waren es durchschnittlich 140 pro Tag.

Die iranischen Revolutionsgarden haben ein regelrechtes Mautsystem eingerichtet: Schiffe müssen Freigabecodes einholen, Angaben zu Fracht und Ladung machen und eine begleitete Route durch einen einzigen kontrollierten Korridor nutzen. Seerechtsexperten wie Prof. Nele Matz-Lück von der Universität Kiel bewerten dieses Vorgehen als völkerrechtswidrig. Der Iran ist verpflichtet, die Durchfahrt gebührenfrei zu gewährleisten.

Trump kritisierte den Iran auf Truth Social scharf und warf Teheran vor, bei der Öffnung der Meerenge eine „sehr schlechte Arbeit" zu leisten. Zusätzlich warnen die Revolutionsgarden vor Seeminen in den üblichen Schifffahrtswegen – ob diese tatsächlich gelegt wurden, ist unklar. Über 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Besatzungsmitgliedern sitzen seit Wochen im Persischen Golf fest – darunter auch sechs Schiffe der deutschen Reederei Hapag-Lloyd.

Der Ölpreis: Zwischen Hoffnung und Nervosität

Der Ölmarkt steht an einem Scheideweg. Barclays-Analyst Ajay Rajadhyaksha brachte es in einer aktuellen Einschätzung auf den Punkt: Das Preisniveau von 65 bis 70 Dollar pro Barrel, das vor dem Iran-Krieg galt, werde nicht zurückkehren. Die Bank rechnet im Jahresdurchschnitt mit rund 85 Dollar für Brent.

Am heutigen Samstag notiert Brent knapp unter 97 Dollar. Die Marktreaktion auf die Islamabad-Gespräche dürfte am Montag deutlich ausfallen. Verschärfend kommt hinzu: Saudi-Arabien hat gemeldet, dass iranische Drohnenangriffe die wichtige Ost-West-Pipeline beschädigt haben – einen der wenigen Alternativwege, um Rohöl unter Umgehung der Straße von Hormus zu exportieren. Die saudische Produktionskapazität ist Berichten zufolge um rund 600.000 Barrel pro Tag gesunken.

Was bedeutet das für die Spritpreise? Drei Szenarien

Die Entwicklung an den deutschen Zapfsäulen hängt in den kommenden Tagen fast ausschließlich von der Geopolitik ab. Der ADAC sieht grundsätzlich „weiterhin Luft nach unten", betont aber, dass die weitere Richtung vom Ölpreis bestimmt wird.

Szenario 1: Erfolgreiche Gespräche

  • Einigung auf Fortsetzung der Verhandlungen und schrittweise Öffnung der Straße von Hormus
  • Brent fällt in den Bereich von 85 bis 90 Dollar
  • Diesel unter 2,20 Euro, E10 um die 2,00 Euro – mit Zeitverzug von mehreren Tagen

Szenario 2: Gespräche ohne Durchbruch (wahrscheinlichstes Szenario)

  • Verhandlungen werden fortgesetzt, aber ohne konkretes Ergebnis
  • Ölpreis bleibt im Bereich von 95 bis 100 Dollar
  • Diesel pendelt sich um 2,30 Euro ein, E10 um 2,10 Euro

Szenario 3: Gespräche scheitern

  • Iran bricht Verhandlungen ab oder die Lage im Libanon eskaliert weiter
  • Ölpreis springt zurück auf 110 Dollar und mehr
  • Diesel wieder auf Allzeithoch-Kurs: 2,50 Euro und darüber

Merz bremst – aber der Druck wächst

Bundeskanzler Friedrich Merz stellte am Donnerstag klar, dass die Regierung keine kurzfristigen Entlastungsmaßnahmen wie einen neuen Tankrabatt plane. Die Regierung sei „in engstem Dialog", kurzfristige Entscheidungen seien aber nicht zu erwarten. Am Freitag lud Vizekanzler Lars Klingbeil allerdings zu einem Energiepreis-Krisengipfel ein – ein Zeichen, dass der politische Druck zunimmt.

Der ADAC fordert unterdessen ein härteres Eingreifen des Bundeskartellamts beim Österreich-Modell. Die Befürchtung, dass Mineralölkonzerne die eingeschränkte Flexibilität der 12-Uhr-Regel mit kräftigen Risikoaufschlägen beantworten würden, hat sich bestätigt: Die Mittagssprünge von bis zu 12 Cent bei Diesel zeigen, dass die Regel allein keine Preisbremse darstellt.

Fazit: Ein Wochenende der Wahrheit

Für Autofahrer in Deutschland lautet die Kernbotschaft: Wer tanken muss, sollte die aktuell vergleichsweise niedrigeren Preise nutzen – idealerweise vor 12 Uhr. Die Dynamik der kommenden Tage wird nicht in Berlin entschieden, sondern in Islamabad. Ob die Waffenruhe hält, ob die Straße von Hormus geöffnet wird und ob die Friedensgespräche einen tragfähigen Kompromiss liefern – das sind die entscheidenden Variablen für den Spritpreis im April 2026.

SpritExperte beobachtet die Lage und informiert euch in Echtzeit über Preisveränderungen. Nutzt unseren Preisalarm und den Kettenreaktions-Alarm, um den besten Tankzeitpunkt nicht zu verpassen.

Stand: 11. April 2026 | Quellen: ADAC, dpa, Reuters, WirtschaftsWoche, Tagesspiegel, Al Jazeera, Euronews, boerse.de

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